Montag, 30. Juni 2008

Morgengedanken

Zwoelf Uhr. Emerson Street. Napier.
Dan kommt nach Hause. Pia steht auf. Anna bewegt sich.
Pia macht Kaffee (kaffeemaschiana gits in Neuseeland praktisch niana, es git ueberall entweder Plunger-Coffee, dena wo ma da Kaffe mit wassr in so a glasgefaess tuat, und nochat siibat, odr Instant-Coffee. Der heat mi am aafang soo gruusig tunkt, abr ez hanni oan gfunda was halbweags guat isch: Robert Harris, so a neuseelaendische Kaffemarka) . Jimmi kommt nach Hause.
Ein Uhr. Musik. Anna dreht sich um. Pia macht noch einen Kaffee. Anna denkt ans Aufstehen.
Zwei Uhr. Pia schreibt blog. Anna ist mittlerweile wach (ned ussm Bett, abr wach).
Drei Uhr. Anna macht Kaffe.

So beginnt ein durchschnittlicher Tag fuer uns im Moment hier in Napier. Obwohl es eigentlich keine "Durchschnittstage" gibt, da jeder Tag komplett anders ist, weisen doch die Moergen eine gewisse Aehnlichkeit auf. (Also, ich werds bei Durchschnittsmorgen belassen)
Wir sind also mittlerweile wieder in Napier, bei den Jungs mit denen wir Weihnachten und Silvester verbracht hatten. Es hat sich zwar einiges veraendert, von der Poster-Situation ueber die Ordnung (es isch soo viel ordentlicher und suebrer wora, i hanns fascht numm kinnt=) und die Mitbewohner (Malte und Lucia sind mittlerweile in Wellington, Dan, der im Dezember auf der Suedinsel war ist zurueck, und auch Luther, ein Freund Shahns und begabter Fertigtomatensauce-oeffner (so hannin kennaglearnt) scheint hier eingezogen zu sein), trotzdem ist es hier nicht weniger gemuetlich als im Sommer.

Was hier in Napier im Moment alle Koepfe zum Rauchen bringt, sind die Theorien von Herrn David Wilcock. Diese besagen unter anderem, dass das gesamte Leben auf der Erde einem gesammten Bewusstsein untersteht, von welchem wir eventuell nur ein kleiner Gedanke sind, dass Kornkreise uns Botschaften ueberbringen sollen und 2012 etwas Erschuetterndes passieren soll. Wem das alles zu seltsam klingt, sehe sich doch bitte den Film "2012 Enigma" (downzu loaden unter ww.divinekosmos.com) an, mache sich auf einen Informations-Overflow bereit und schreibe mir hinterher bitte seine Meinung dazu!

Weitere Dokumentationen, die wir in letzter Zeit gesehen haben, sind "Endgame", "Who killed the electric car?" und die fuer mich interessanteste: "ZEITGEIST".

"Endgame" verfolgt die Theorie, dass sich in Zukunft die Amerikanische (die durch den Zusammenschluss der USA, Mexico und Kananda vor kurzem entstand), die Europaeische, die Asiatische und die Russische Union zu einem "Worldgovernement" zusammenschliessen und somit die gesammte Macht in die Haende einer kleinen Elitetruppe fallen wird, was wiederrum beinahe schiefgehen muss, da Menschen nicht dafuer geschaffen sind, so viel Macht und Kontrolle innezuhaben.

In "Who killed the electric car?" geht es um das Elektro-Auto, welches die Rettung fuer die derzeitige Oelkrise waere. Der Film zeigt, dass bereits die ersten Automobile, die jemals gebaut wurden, elektrisch betrieben wurden, und es technisch gesehen keine Schwierigkeit darstellt, so ein Auto herzustellen. Es wird weiters berichtet, dass dies bereits geschehen sei, und vor ein paar jahren an die 300 Autos in Amerika verkauft worden seien. Es seien bereits Ladestationen aufgebaut worden (sobald die Batterie des Autos nachlaesst, wird dies angezeigt, und das Auto muss kurz an eine Ladestation angeschlossen werden). Obwohl die Autos einwandfrei funktioniert haetten, seien sie nach einem Jahr von der Firma zurueckgekauft und nachweiselich verschrottet worden. Warum?
Weiters habe ich letztens von Theorien gehoert, dass es Mittel und Wege gibt, an "free-energy" zu kommen, da die Welt durch verschiedene Magnetfelder etc. ueber genuegend Energie fuer den Bedarf der gesammten Menschheit verfuegt, dass aber die meisten Untersuchungen (und Wissenschaftler) von Regierungen stillgelegt werden. (Habe soeben die Seite http://www.free-energy.ws/ entdeckt und werde sie mir ansehen, sobald ich dies hier zu Ende geschrieben habe)

"Zeitgeist" war fuer mich eine der Dokumentationen, die man sich ansieht und hinterher mindestens noch zehn Minuten auf der Couch sitzen bleiben muss, um herauszufinden, um was es eigentlich genau ging. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es haupsaechlich darum geht, dass Menschen dazu tendieren, in Systeme zu vertrauen, die entweder auf (zu) simplen Logiken oder auf Luegen, Intrigen und Manipulation gebaut sind. In "Zeitgeist" wird der 11. September behandelt, das Unwesen im US-Amerikansichen Bankwesen (wie us-amerikanische Banken mit Vorliebe Profit aus Kriegen geschlagen haben, bzw. immer noch tun!) und Religion.
Diese Dokumentation halte ich fuer sehr empfehlenswert, da die Theorien zwar haarstraubend sind, aber durchaus gut belegt und einigermassen verstaendlich aufbereitet sind (angeblich seien der Produktion des Filmes 40 Jahre Nachforschung vorangegangen, kein Wunder!).

Nach all diesen Dokumentationen moechte ich noch zwei weitere, weniger weltbildveraendernde Filme empfehlen:
"Die Herbstzeitlosen", eine schweitzerdeutsche Komoedie ueber mutige aeltere Damen, ein verschlafenes konservatives Bergdorf und einen Lingerie-Laden. Der film isch bi ues vor 2 odr 3 Johr im Kino kho, i wollt n umbedingt aaschoua, hannen abr vrsummt. Wommr letschts mol bir Corinne waren, hommr di DVD dovoo bi eara gfunda, und letsch Wucha hommrn aagschout.

"You and Me and Everyone We Know" ist ein britischer Film ueber das Alltagsleben eines alleinerziehenden Vaters, seiner zwei Soehne und das soziale Umfeld.
Komplett hollywood frei (aus produktionstechnischer Freilandhaltung=) mit erfrischend natuerlichen Charakteren, ueberraschenden Wendungen, interessanten Gespraechen und bittersuessem Humor. Definitiv oana vo mina absoluta Liebelingsfilm!!

Weiters habe ich noch ein paar Rezepte und ganzganz viel Musik die ich gerne weitersagen wuerde. Ich versuche jedoch mich kurz zu halten (es ist mittlerweile bereits 20 nach zwei, Anna ist schon bald mit dem Fruehstuecken fertig, und wird auch irgendwann ins Internet wollen=).

Mein neues Lieblingsessen:

Gefuellte Paprika


Ich habe das Rezept nur theoretisch beschrieben bekommen (sprich: "mix feta with Garlic and herbs, cut capsicums into halves, put the cheese mixture in there and bake it"), kann aber die Mengen weitergeben, mit denen es mir am Besten schmeckte.

2 oder 3 Paprika
200 g Feta
3 oder 4 Knoblauchzehen
eine Hand voll frischem Basilikum
etwas Salz und Pfeffer und evt Oregano
evt. etwas Olivenoel

Paprika halbieren ( und den Teil mit den Kernen wegschneiden); Feta mit den Gewuerzen mischen, die Masse in die Paprikahaelften fuellen, etwas Olivenoel drauf und fuer etwa 15 bis 20 Minuten bei etwa 180 grad Backen.

Es isch voll einfach, goht schneall und schmeckt hammer guat (find i)!!


Weiters haben wir letztens parnierte Champions fuer uns entdeckt, da wir in Christchurch Schnitzel machen wollten, Jeremy und Markus jedoch vegetarisch essen. Die Peanut-Butter mit Bananenstueckchen-Kombination, welche ich letzens dachte entdeckt zu haben, scheint jedoch weit verbreitet zu sein, wie mich Zaech belehrte (ob Schlagrahm und Ahornsirup on the top auch common sind?)...

Empfehlungen was Musik anbelangt fallen mir immer sehr schwer, da jeder seinen eigenen Musikgeschmack besitzt, und es keine alles uebertreffend gute Musik gibt (auch wenn man gelegentlich das Gefuehl hat, die absolut beste Band gefunden zu haben, es gibt immer noch eine andere, und noch eine). Deshalb werde ich jetzt keine Empfehlungen machen, sondern nur schreiben, wass unsere Trommelfelle im Moment streichelt.

die "etwas andere" franzoesische Coverband Nouvelle Vague lauft im Moment gerade im Hintergrund.......i am a human fly...
...auch Iron and wine (vorallem das neue Album "The Shepherds Dog") hoeren wir oefters, ...
...acid jazz alla Mummer, St. Germain und Extended Spirit (so wie die Sampler "Soulorganism State" und "Future Sound of Jazz"), east west connection...
...dub...dDub, Salmonella Dub, DJ Vadim...
...die bekanntesten Kiwi Bands sind wohl Fat Freddies Drop, Katchafire, Black Seeds (im Moment auf Tour durch Europa mit Ryan, einem Freund von Tim&Co, bei denen wir in Wellington gewohnt hatten, waren auf seiner "Leaving Party") und Rhombus.
...ansonsten hoeren wir auf langen Autofahrten auch gerne mal Seeed, Culcha Candela und Dendemann (ersoichso!)...
...am meisten Spass macht mir im Moment jedoch die Musik, die entweder direkt vor meiner Nase gespielt (live-Konzerte) oder gemixt wird (Dan ist Dj, er heat mi oh mol uuflegga und scratchen lho, hei des macht sooo viel Spass) oder einfach durch spontane Jam Sessions entsteht...


Also dann, viel Spass beim Anhoeren, Ausprobieren bzw Ansehen, bitte lasst mich wissen, falls euch irgendwas besonders gefaellt oder nicht gefaellt, interessiert oder nicht interessiert, schmeckt oder nicht schmeckt, ich bin soooooo neugierig!!!

Liebe Gruesse, Pia

Sonntag, 22. Juni 2008

milk and one sugar please

Ich sitze im Moment wohl im groessten Raum, den ich jemals innerhalb einer Wohnung gesehen habe. Klingt etwas merkwuerdig, ist es vielleicht auch. Die Flat, in der wir im Moment wohnen duerfen ist in einem umgebauten Fabriksgebaude untergebracht und besteht hauptsaechlich aus einem riesigen Raum, in dem sich ein Kuecheneck, ein Wohnzimmer-Eck (kreisfoermig angeordnete 70 jahre-Lazyboys=dia couchstuahl, wo ma zruggluehna kha), ein Billardtisch und eine Kino-Ecke (mit original 50 jahre alten Kinositzen), welche im Moment zu einem Matrazenlager fuer uns umgebaut ist. Paradies=).


Dunedin ist nun schon eine Weile her. Nachdem Anna nach Christchurch gefahren war, verbrachte ich das Wochenende mit Simon und seinen Freunden und ganz ganz viel Live-Music in Backstagebar und Refuel ("The Bones" - Simons Ska Band, "Sharkbite"-Simons Surfrockband, "Retrophonic Funk Machine"- Freunde vom Simon, alle voll liab, "Biff Merchants"-siand 3. wora bim Battle of Bands, fiand se abr nur live guat, d CD taugt mr ned so, uii und d Drummer isch voll sueass=).

Da es sich mit einer vollgestopften Tasche (in einer vollgestopften Bar) nicht so gut tanzt, neige ich dazu mein "Gepaeck" irgendwo in den Ecken diverser Lokale zu verstecken und sie am Ende des Abends unter einem Haufen fremder Kleidungsstuecke, Taschen und Regenschirme wieder auszugraben. Eines Abends war jedoch alles Graben und Suchen vergeblich, meine Handtasche wurde gestohlen. Gluecklicherweise war weder meine Geldboerse noch meine Camera oder mein MP3 Player darin, was jedoch recht nervig ist, ist, dass nun meine Winterjacke, mein Adressbuch (mit Adressen von 8 Monaten voller mehr oder weniger fluechtigen Bekanntschaften, Musik- und Reiseempfehlungen) und mein Pass weg ist. Da Oesterreich keine eigene Botschaft besitzt, sondern nur eine "High Comission", welche lediglich Dienstags, Mittwochs und Donnerstags von jeweils 9:00 bis 13:00 geoeffnet ist, was im Moment weniger meinem Tagesrhythmus entspricht, stecke ich hier in Wellington vorerst zumindest bis Dienstag fest.

Nachdem ich schweren Herzens von Dunedin Abschied genommen hatte, fuhr ich zu Anna nach Christchurch, wo wir mit Markus, Jeremy, upstairs- und downstairs Tim noch zwei letzte geniale Tage verbrachten und danach richtung Arthurs Pass und Greymouth aufbrachen. In Greymouth besuchten wir Brecon, der mittlerweile durch das Outdoor-Recreation-Training, mit welchem er gerade angefangen hatte, als wir ihn das letzte Mal besuchten, schon recht durchtrainiert und braungebrannt aussieht und kaum mehr wieder zu erkennen war. Am naechsten Tag fuhren wir nach Hanmer Springs, wo wir uns mit Zaech trafen, ein lustiger Amerikaner, den wir in Nelson am Strand kennengelernt hatten (er war Mitbegruender der Beachcommunity, und vermutlich ihr laengstes treuestes Mitglied, er hatte immerhin beinahe 4 Monate auf dem oeffentlichen Parkplatz in Tahunanui verbracht). Wir hatten ihn von Christchurch aus vor zwei Monaten einmal einen besucht, natuerlich nicht, ohne nach alter Anna-und-Pia-Tradition irgendetwas liegen zu lassen. Diesmal wars Annas gruener Armreifen. Der musste natuerlich zurueckgeholt werden und so verbrachten wir eine Nacht mit Zaech und dessen meganetten internationalen Mitbewohner bevor wir auf unserer Reise in den Norden nach Blenheim weiterfuhren.

Von Blenheim gings nach Riwaka, wo wir uns mit Vicky&Steve und Boris, die immer noch in dieser Gegend arbeiten (mittlerweile ist die Kiwi-Saison jedoch auch beinahe wieder vorbei), wieder treffen wollten. Wie der Zufall es wollte fanden sich auch Katja und Jana (zwei ex-mit-birnen-verpackerinnen=) genau zur gleichen Zeit ebenfalls wieder auf dem Orchard ein. Die gastfreundlichen Frasers liessen uns alle in den Mitarbeiterunterkuenften wohnen und so verbrachten wir gemeinsam etwa eine Woche voller Gespraeche ueber Birnen und die Welt, dem Verbreiten von Geruechten ueber andere Mitarbeiter, gemeinsamen Pumpkin kochen und gemuetlichen Abenden.
Die Zeit verging wie im Fluge und bald stellten wir fest, dass, wenn wir wir unsere "alle nomml bsuacha-Plaen" durchfuehren wollten, bald aufbrechen sollten. Vor eineinhalb Wochen verabschiedeten wir uns und nahmen die Faehre auf die Nordinsel. Dort trafen wir uns mit Tim, den wir auf dem Ska-Festival vor etwa 4 Monaten kennengelernt hatten und wurden eingeladen, in seiner Flat zu bleiben, solange wir in Wellington sind. Und hier sind wir nun. Immernoch.

uiui, und etz heats gad ghoassa, ob i ned Lasagne kocha moecht fuer alle........juhuuuuuuu Lasagneeeeeeeeee.....

also daenn...liabe Grueass